So, Juli und August in der Karibik… zugegebenermaßen ausführlich aber nicht erschöpfend!
Anden – Südamerika, sollte man meinen, die Ausläufer aber ziehen sich noch durch Trinidad. Bedeutet: enge Serpentinen, steile Berghänge, alles bedenklich ungesichert. Die Fahrweise der Locals: Unangepasst. Zwischen den Bergketten: weitläufige Ebenen für Landwirtschaft – Reis etc.
Bewohner bzw. locals – 50% indisch, 50% afrikanisch. Nachdem die Sklaverei abgeschafft ward, holte man Inder für die Arbeit nach T&T, Versprechen: Irgendwann frei & Land. Afrikaner waren weniger produktiv, weil zu stolz, Inder dominieren heut das Businessleben. Konflikte vorprogrammiert.
Cuisine – Hot! Ob Doubles (ob kleine Teigtasche gefüllt mit Bohnen, Mango, Kokosfleisch) oder Roti (große Teigtasche mit Kartoffeln, Mango, Kokosfleisch, Beef/Chicken/Goat/Schrimps/etc.): Die dazugehörige Hotsauce ist nicht zu unterschätzen. Nicht nur scharf, auch „spicy“.
Denis – Hurrikan, der kurz vor meiner Ankunft die Telefonleitung niederriss. Dauerte dann geschlagene 3 Wochen bis es wieder okay war. Wenig später kam Hurrikan Emily und riss alles wieder runter. Folge: 3 Tage kein Strom, 10 Tage kein Telefon.
Engländer – …sind anfangs bleich, leuchten nach dem ersten Offensivbräunen (in der Mittagsstunde auf der Strandliege) krebsrot. Neben Deutschen (etwas vorgebräunt, vorsichtiger mit der Sonne) Haupttouristengruppe.
Frauen – Einheimische Frauen sehen gut aus und haben Geschmack, was Männer angeht. Weiß, groß, blond und blauäugig sollten sie sein, dann kann Mann sich nicht mehr retten! Augenfarbe graublau zählt da nicht, Aussehen verpflichtet…
Gekkos – Eidechsenartige Tiere, die in Gebüschen und dunklen Wohnungsecken ihr Unwesen treiben. Ganz nützlich: Fressen Insekten. Besonders interessant: Gekkos auf der Jagd – langsames Anpirschen an das Objekt, blitzschneller Schlussspurt, Zunge raus, Insekt rein (teils halb so groß wie Gekko selbst), schnell wieder verkriechen und genießen.
Hotels – Das Hilton gabs auf Tobago, auch ein östreichsches 4 1/2 Sternehotel. Für 200 Dollar und Meer bekam man, was daheim 2-3 Sterne wert ist. In der Strandbar des Grafton Beach, am Strand meines Vertrauens gelegen (weil nur 5min zu Fuß), gabs für all-inclusive-Gäste und freche Studenten Getränke umsonst. Nur die Zimmernummer ansagen und ab dafür…
Inga –Vermieterin, Künstlerin, Hamburgerin, 1,50 m groß, 67 Jahre alt, Bodybuilderin, wohnte im 1. Stock (ich im Erdgeschoss), schon immer um 6 Uhr morgens auf Draht, Mann in Deutschland ist jetzt mit eineM anderen zusammen, Mann in Tobago lässt sich nicht blicken, gibt ja auch noch andre Männer (Alter 30-50), die Abend für Abend ein und (teils morgens wieder) aus gehen. Aktion des Monats: Der Landlord mäht um 7 Uhr in der früh ihr Blumenbeet mit dem Trimmer nieder, sie stürmt fuchsteufelswild aus dem 1. Stock nach unten… das ging ab!!!
Jamaica – steht für Marley, Weed, Rum und so. Gibt es alles auch auf T&T, angeboten von aufdringlichen Einheischen am Strand.
Karneval – gibs im März. Gefeiert wird auch sonst ohne Ende. Allein das Heritagefestival (eine Art Erntedank) dauerte 3 Wochen, mit Feiern jeden Tag und einer 4-tägigen Non-Stop-Party: Donnerstag am Strand meines Dorfes, ab 2 Uhr morgens (Freitag) bis ca. 7 morgens im Nachbarort, dann tagsüber an ’nem andren Strand, dann Wet-Fete wieder an ’nem andren Strand usw… 2-3 wöchige Feiern gibt es jeden Monat, auch einen eigenen Partykalender.
Limen – heißt so viel wie chillen, rumhängen oder das weniger schöne „abkacken“. Wird von den Einheimischen exzessiv und tagtäglich, selbst während der Arbeit, betrieben. Man trifft sich, um stundenlang am Strand zu hängen oder zu essen oder Rum zu trinken oder alles auf einmal. Senkt die Produktivität, erhöht die Zahl der Arbeitenden. Je mehr Arbeiter, desto geringer die Produktivität des Einzelnen (Grenzproduktivität sehr schnell bei 0). Beispiel: 5 Leute harken in 3 Stunden 10 Meter Strand. Einer allein würde 7 Meter schaffen, Zwei brächten es auf 9 Meter.
Musik – Alles in Reggeaversion – Nirvana, Maroon 5, Nirvana, sogar Bob Marley, Jimmy Cliff und Bob Marley!!! Und R&B ohne Ende: 10 Titel, die – vielleicht merkt’s niemand – in Zufallswiedergabe & Endlosschleife Tag und Nacht laufen. Besonders beliebt:
- Marlon Asha – Ganja Farmer – Mit einer Rakete die Drogenfahnder im Hubschrauber abschiessen sowie
- TOK – Work All Day – „Work all day, party all night…“ – geht echt ab, im Club, und alle denken sie dürften feiern, weil sie so hart gearbeitet haben. Siehe Limen.
Naipaul, V.S. – Literaturnobelpreisträger aus T&T. „Miguel Street“ erzählt in Ausschnitten aus dem Leben der Bewohner selbiger Hauptstadtstrasse, vor ca. 60 Jahren. Einblick in Alltagsleben, Zusammengehörigkeitsgefühl, Probleme. Echt lesenswert, besonders auf Englisch (weil Slang – yeah, boy!).
Offenheit – Ob im Bus, im Taxi (siehe Verkehr) oder auf dem Weg zum Strand: Angequatscht wurde man immer, nicht nur hallo, wie’s geht, auf wieder sehen, nein, was man macht, woher man kommt, wohin man geht – alles wollten die Leute wissen! Nicht, um zu wissen, was man hat, wo man wohnt und wann man nicht zu Hause ist, sondern aus reinem Interesse. Überall wurde man wieder erkannt – womit man selbst so seine Schwierigkeiten hatte, sich Gesichter und Namen zu merken (Kriterien „Hautfarbe“ und „Haarfarbe“ reichten nicht aus). Wenn man deutsch war, wurde man vom „Alles klar?“ durchs Dorf begleitet, wenn groß dann „tall boy“, auch in Kombination!
Panmusic – Trommeln aus Stahl, mit denen man 1-2 Oktaven spielen kann, für jede Tonart (C-Dur, Fis-Dur, h-moll) gibs ne andre Trommel. 10 Leute finden sich zu ner Steelband zusammen, üben dann 5 mal die Woche und treten auf. Eigenkomposition, Klassikcover oder Karibikmedley – geht voll ab!
Quebec – Liegt in Kanada, wo erstaunlich viele Trinis schon mal waren. Warum? Keine Ahnung. Auch in England waren einige schon mal, und manche in Deutschland und Österreich, wo sie sich bei ihren Urlaubsbekanntschaften durchgeschlaucht haben.
Regenzeit – Nicht Frühling, Sommer, Herbst und Winter, nein, nur Trockenzeit (Oktober bis April?) und Regenzeit (nicht Oktober-April) gibt es nahe dem Äquator. War zwar Regenzeit, geregnet hat’s trotzdem nicht viel, meist nur 5 Minuten am Tag und nach weiteren 5 min war der Sand wieder trocken und heiß. Weiterer Unterschied der 2 Jahreszeiten: Durchschnittstemperatur 30 Grad in der Regenzeit, 31 Grad in der Trockenzeit.
Sonne, Sand und Strand – Jeden Tag mindestens 2 Mal, einmal morgens zum wach werden und dann noch mal abends, um sich auf die kalte Dusche einzustellen (kein Warmwasser im Haus…). Arbeiten konnte man in der Mittagshitze und wenn’s dunkel war – Sonnenuntergänge (einer romantischer als der andere) schon immer um 18:15 Uhr, danach wars stockfinster.
Trinidad & Tobago – 170 Jahre lang britische Kolonie – Gebäude, Sprache wie auch Linksverkehr zeugen davon. Seit den 60ern unabhängig, 20 km nördlich von Venezuela (deshalb Umschlagsplatz für südamerikanische Drogen)
Unterkunft – 2stöckiges Haus, oben Inga (siehe Inga), unten die Untermieter. Großer Aufenthaltsraum, Kunst überall (Bob Marley Bilder etc.), Balkon, Blick auf Meer und Sonnenuntergang.
Verkehrsmittel – auf Tobago Taxi und Bus, auf Trinidad Maxitaxi, zwischen den Inseln Flugverkehr. Siehe älterere Blogeinträge.
Wining – Die Frauen tanzen, langsam-melodisch die Hüfte hin-und-her schiebend, die Männer an. Diese stehen dumm rum (Engländer), glotzen nur (Engländer) oder machen mit (Einheimsiche & Deutsche). Geht voll auf die Kniegelenke, weil limboartiges in-die-Tiefe-gehen. Hat kulturellen Hintergrund – na ja, wers glaubt!
X, Y und Z – fällt mir nix zu ein.
stefanuk
